News image

Sharon Jones and the Dap-Kings Live

Sharon Jones and the Dap-Kings LIVE in Deutschland Die 8köpfige Band liefert aktuell die heißeste F...

weiter
News image

Chris Joss, ein musikalischer Autodidakt

Chris Joss, ein musikalischer Autodidakt Der französische Multiinstrumentalist, musikalischer Autod...

weiter
News image

Isaac Hayes ist tot

Isaac Hayes ist tot Sie nannten ihn „Black Moses“ oder „The Man“: Der 65-Jährige wurde am Sonntag d...

weiter
-
+
3
Home icon Home»Berichte»Konzert Diana Krall Live»Konzert Diana Krall Live

Review 11.07.2008 Diana Krall in der Zitadelle Spandau

von Florian Müller

Ein Konzert, das mit viel Spannung erwartet wurde – und zwar gleich aus mehreren Gründen: Allen voran, weil Diana Krall nur zwei Konzerte in diana_krall-zitadelle spandauDeutschland auf dieser Tor gibt: in der Zitadelle Spandau und auf dem Jazz Open am 14. Juli in Stuttgart. Zum anderen aus einem recht profanen Grund: Spielt das Wetter mit. Nach Regen- und Gewittervoraussagen bei einem Open-Air-Konzert nicht ganz unerheblich. Doch sowohl das Wetter hielt stand (bis auf einen nicht nennenswerten Schauer) und die zweifache Grammy-Preisträgerin erst recht die hochgesteckten Erwartungen.

Was generell für Jazzkonzerte gilt – kein Brimborium auf der Bühne, eine dezente Dekoration, die Musik steht im Vordergrund – wurde auch von der „First Lady des Jazz“ eingehalten. Ein lässig distanziertes Auftreten zeichnet sie aus, die anfängliche Distanz wurde jedoch nach ein paar Stücken fast aufgehoben, als ihre Ankündigungen selbst schon zu kleinen Entertainment-Einlagen wurden: Alle (gefühlte) fünf Minuten brauste ein Flugzeug über die Zitadelle (ein fetter Minuspunkt für die Location), Frau Krall fragte mit sympathisch ironischem Unterton „Are we near the Airport?“ und unterlegte ihre Ankündigung des nächsten Stückes mit dem Piano-Intro von „Fly me to the Moon“.

Das lies den Ärger über den penetranten Flugzeuglärm fast verschwinden. Aber nur fast. Für ein Rockkonzert von Motörhead, die eine Woche vorher die Zitadelle bespielten, mag solch eine Störung ja marginal erscheinen, weil das Konzert laut genug ist, aber Jazz verträgt leider keinen Turbinensound.

diana_krall-zitadelle spandauEbenfalls ist es fragwürdig, ob es so eine gute Idee war, parallel zum Konzert von Diana Krall auf der 300 Meter Luftlinie entfernten Freilichtbühne noch ein Konzert zu veranstalten. Es war in den ruhigen Passagen zwar „nur“ leise hörbar, aber eben hörbar. Solche Störungen dürften bei einem Kartenpreis von durchschnittlich 55 Euro nicht sein. Doch das soll es auch mit den negativen Punkten sein.

Die „attraktivste Blondine der Szene“ (Stern) war sehr gut aufgelegt, unterhielt mit kleinen Anekdoten aus ihrem Privatleben (über ihre beiden inzwischen 18 Monate alten Söhne – „That’s Double-Trouble“) und ihren Mann Elvis Costello, der gerade mit Police auf Tour ist.

Diana Krall ist mit Sicherheit zu Recht in der Spitze der weiblichen Jazz-Vocals, überzeugte sie doch in Spandau mit einer unglaublichen Präzision gepaart mit einer extrem charmanten Nonchalance und spielte dazu noch hinreißend Piano, plänkelte dabei noch mit ihren Musikern und dem Publikum, dass es eine Freude war. Begleitet wurde sie von Gitarrist Anthony Wilson, Bassist Robert Hurst und Schlagzeuger Jeff Hamilton, die alle ebenfalls mit großem Spaß bei der Sache waren.

Man hätte diesem Quartett sicher noch lange zuhören können, doch nach etwas über einer Stunde war es leider schon vorbei. Es folgte ein Zugabenset, angeführt von Gershwins „S Wonderful“, im wahrsten Sinne des Wortes wundervoll interpretiert. Alles in allem ein schönes Konzert, leider etwas kurz geraten und durchwachsen von den oben genannten Störgeräuschen aber sehr unterhaltsam und Lust machend auf mehr Auftritte von Diana Krall.

www.fotozelle.com


AddThis