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Von den späten 60igern bis in die 80iger letzten Jahrhunderts, hatten die meisten amerikanischen Highschools, traditionell eine aus Schülern bestehende, eigene Band. Der Band Direktor ergriff dabei die guten Möglichkeiten und Konditionen, die zu dieser Zeit überall im Lande vorherrschten. Presswerke verteilt im ganzen Land gaben den Highschools die Möglichkeit, günstig und teilweise sogar komplett in Eigenregie Werke auf Vinyl zu bannen. Band Direktoren stellten Platten her, um sie an die Studenten (die die Musik gemacht hatten), an die Eltern (die Stolz auf ihre Schützlinge waren) oder an Hörer (die eine höhere Schmerzgrenze beim hören von Musik hatten) zu verkaufen. Unzählige tausende von Platten wurden so aufgenommen und veröffentlicht. Meist eingepackt in irgendetwas was gerade da war, wurden die Platten, nicht mehr als 500 Stück an den Mann gebracht.

Man kann jedoch nicht generell sagen, dass alle Aufnahmen schlecht waren und nur als Erinnerungsstücke für Angehörige dienten. Es gab Bands, die in ihrer Zusammensetzung einer Symphonie Band oder einer Marsch Band ähnelten. Die Direktoren dieser Bands nannten die Big Band- Zusammensetzungen „Stage Bands“.

Kashmere Stage Band

Die Big Band Ära war zwar mit dem Ende des 2.Weltkrieges abgeschlossen. Vereinzelte Ikonen dieser Ära - Duke Ellington und Count Basie- erfreuten sich aber immer noch großer Beliebtheit. Hinzu kam, dass die meisten Highschool Stage Bandleaders mit dem Swing selbst aufgewachsen waren und die Big bands nur zu gut kannten. Sie versuchten die jungen Musiker von dieser Form der Musik zu überzeugen.

Die Bandmitglieder waren Jung, fast noch Kinder, die alle interessiert an den populären und aktuellen Rhythmen waren. So lag es auf der Hand den aufkommenden funk beat von James Brown und seinen JBs in den schwarzen Stage Bands zu spielen. Die weißen Stage Bands coverten „überraschenderweise“ horn-heavy Rock Nummern der Blood, Sweat & Tears oder Chicago.

Große Städte hatten mehrer Highschools. Die Stage Bands beeinflussten sich gegenseitig. Ein ständiger Konkurrenzkampf zwischen den vielen Stage Bands einer Region steigerte die Qualität der Darbietungen imenz.

In Houston verfolgte Conrad O. Johnson mit seiner Band ein größeres Ziel als „nur“ einen gewissen regionalen Bekanntheitsgrad zu erreichen. Mit seiner Stage Band von der Kashmere Highschool , eine schwarze Schule aus north end, wollte er nicht nur die beste Stage Band in Texas werden, sondern die beste Stage Band der Welt.

Kashmere Stage BandConrad O. Johnson arbeitete von der Mitte der 60iger bis in die 70iger als Produzent/Bandleader mit der Kashmere Stage Band. Er hatte ein Gespür dafür, aufbaufähige, talentierte Musiker zu einer Band zusammenzuführen die sich ohne Probleme mit jeder nationalen Band missen konnte. Johson war ein Produkt der Big Band Ära, und zu seinen Kindheitsfreunden gehörten Musiker wie Illinois Jacquet und Arnette Cobb. Johnson war für seine Studenten eine lebende Legende, die es verstand den Wünschen und Anregungen seiner Schüler freien Lauf zu lassen. Er unterstützte Eigenkompositionen von Studenten und schrieb selbst orginal Funk Songs. Die zu dieser Zeit sehr populäre Funk Musik bevorzugten natürlich die jungen Studenten. Johnson, der den Funk respektierte, gab dem Ensemble mit seinen Arrangements den Big Band / Jazz Charakter. Anfangs kopierte er nur von den progressiven Big Bands wie es üblich unter den Bandleadern dieser Ära war.

Im Laufe der Zeit bekamen die Arrangements von ihm oder auch von seinen Studenten ihren eigenen Stil und Charakter. Die Band ging dabei stets bis an die Grenzen ihres möglichen. Ein powerful funk Rhythmus, diente als Grundlage; die immer wieder von handwerklich hervorragenden Jazzsolis durchbrochen wurde. Eine Kombination die seines Gleichen suchte. Die Musik der Kashmere Stage Band erzeugte eine Atmosphäre, die keine andere Band erreicht hat.

Das Ziel, die beste Stage Band der Welt zu formen, hat Johnson also erreicht.


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