Sharon JonesSharon Jones

Sharon Lafaye Jones erblickt das Licht der Welt am 4. Mai des Jahres 1956 in Augusta, Georgia als jüngstes von sechs Kindern. Musik spielte bereits früh eine große Rolle. Gemeinsam mit ihrem Bruder imitiert Sharon schon in frühen Jahren den Gesang und Tanz eines weiteren berühmten Sohnes der Stadt Augusta: James Brown. Darüber hinaus singt sie als Kind im Kirchenchor ihrer Gemeinde.

Anfang der 70er, nimmt Sharon, unterstützt von lokalen Funkbands, an diversen Talentwettbewerb in der Umgebung teil. Sharon singt auf Hochzeiten und bei Studio-Sessions für Gospel-, Disco-, Soul- und Blues-Künstler, oftmals auch unter dem Namen Lafaye Jones, Miss Lafaye oder ganz ohne erwähnt zu werden. Da die Musik allein zum Überleben nicht reicht, nimmt Sharon verschiedene Jobs an. Unter anderem arbeitet sie eine Zeit lang als Wachfrau und als Aufseherin im Gefängnis.

Erst 1996 laden Philip Lehman und Gabriel Roth, inhaber des Soul und Funk-Labels Desco Records, Sharon Jones und zwei ihrer Kolleginnen zu Aufnahmen des Soulsängers Lee Fields ins Studio. Als die beiden anderen Mädels nicht auftauchen, singt Sharon kurzerhand sämtliche Parts ein und beeindruckt die beiden Produzenten dabei derartig, dass diese gleich noch einen Solo-Song mit ihr aufnehmen: Ursprünglich war "Switchblade" für einen Mann geschrieben worden. An dieser Kleinigkeit stört sich angesichts des Resultats allerdings niemand mehr. "Switchblade" und Sharons zweiter Track "The Landlord" erscheinen auf "Soul Tequila", einem Album der Hausband des Labels, der Soul Providers.

Sharon nimmt in den späten 90er Jahren drei 7"-Vinylsingles auf ("Damn It's Hot", "Bump N Touch" und "You Better Think Twice" mit einer Version von James Browns "I Got The Feeling" auf der B-Seite). In der Soul- und Funk-Gemeinde sorgen diese Nummern für erhebliche Aufmerksamkeit. Nicht selten werden sie für Originalaufnahmen aus den späten 60ern gehalten. Zusammen mit Lee Fields, den Sugarman 3, den Daktaris und den Mighty Imperials landet Sharon auf einem Desco-Labelsampler.

Sie tritt mit Lee Fields, Joseph Henry, Naomi Davis und immer wieder mit den Soul Providers auf und eröffnet Shows für Brass Construction, Peaches & Herb, die Drifters und später für Maceo Parker.

Sharon Jones1999 begibt sich Sharon erstmals auf eine internationale Tournee. Besonders in Großbritannien, wo sich die Soul- und Funk-Szene gerade enorm auflebt, wird sie umjubelt und umgehend mit dem Titel "Queen of Funk" geadelt.

Die beiden Labelbetreiber von Desco Records trennen sich Anfang 2000 aufgrund unüberbrückbarer Differenzen. Während Lehman das Indie-Label Soul Fire Records aus der Taufe hebt, gründet Gabriel Roth zusammen mit Neal Sugarman von den Sugarman 3 im Jahr darauf seinen eigenen Betrieb: Daptone Records wird zur Heimat dessen, das später als "Quintessenz des Staten Island-Funk" abgefeiert werden soll.

Etliche Mitglieder der Soul Providers und der Mighty Imperials bleiben Roth treu und formieren sich zur neuen Hausband: den Dap Kings. "Ganz zu Beginn war ich skeptisch", so Sharon Jones gegenüber MTV. "Ich dachte: Was wissen diese kleinen weißen Jungs schon über Funk? Bis ich sie zum ersten Mal spielen gehört habe. Damn!"

Zwischen Sharon Jones und den Dap Kings entwickelt sich eine spezielle Chemie, die in schweißtreibenden Bühnenshows explodiert. 2001 nimmt die komplette Truppe ein Booking in einem Club in Barcelona an, der sie gleich für einen Monat verpflichtete. Bei Daptone weiß man: Diesen Trip zu unternehmen, ohne ein Album im Gepäck zu haben, grenzt an finanziellen Selbstmord. Einige Hundert Kopien von "Dap Dippin' With Sharon Jones & The Dap Kings" werden daraufhin hurtig auf den Weg gebracht. Bis zur kommerziellen Veröffentlichung des Albums Anfang 2002 vergehen aber noch einige Monate. Trotzdem: Mit "Dap Dippin'" legt Daptone Records eine mehr als würdige Premiere hin. Sharon & The Dap Kings touren in den kommenden drei Jahren durch Europa und Amerika. (267 Shows, 21 Tours, 14 Länder auf 3 Kontinenten seit 2005) nahezu ununterbrochen. Das Interesse der Öffentlichkeit an der Band wächst.

Bei den Dap Kings vollziehen sich während dieser intensiven Zeit etliche Umbesetzungen, bis sich 2004 eine stabile und dauerhafte Besetzung manifestierte. Erst im März 2004 findet sich wieder Zeit für ausgedehnte Aufenthalte im Studio. Der zweite Longplayer "Naturally" erscheint dennoch erst im Januar 2005. Ein Autounfall, bei dem sich Roth Verletzungen an den Augen zuzog, verzögert die Veröffentlichung. Das neue Album "Naturally" lässt deutlich erkennen, wie die unzähligen fleißig absolvierten Live-Shows den Sound der Truppe geschliffen und verstärkt haben.

Erneute weltweite Touren schließen sich an. Sharon & The Dap Kings hinterlassen stattliche Fangemeinden in Kanada, Europa, Asien und Australien.

Anlässlich Sharons 50. Geburtstag lädt Daptone Records in New York zu einer fulminanten Gala, zu der die Kollegen zahlreich erscheinen: Unter anderem spielen die Mighty Imperials, die Budos Band, Charles Bradley, Antibalas und Naomi Davis & The Gospel Queens auf. Die Position des Headliners gebührt aber selbstredend dem Geburtstagskind und den Dap Kings in ihrem Rücken.

Neben der Bewunderung, die ihnen von Fans aus der ganzen Welt entgegen gebracht wird, fingen bald auch die unterschiedlichsten Produzenten und Musiker aus Hollywood an, ihre Ohren zu spitzen, was in einer Vielzahl interessanter Kollaborationen und Projekte mündete.

Sharon Jones feierte ihr Leinwanddebüt in dem Film "The Great Debaters", in der Hauptrolle Denzel Washington. Neben ihrer Rolle und ihrem Gesang im Film nahm sie auch gleich noch den Großteil des Soundtracks auf.

Die Dap Kings-Version des Shuggie Otis-Klassikers “Inspiration Information” war eines der am meisten gefeierten Stücke auf dem vielbeachteten Dark Was The Night-Benefizalbum und ihre Coverversion von “This Land Is Your Land” eröffnet den für zahlreiche Awards nominierten Film "Up in the Air". Zudem hat Sharon Bühnen und Studios mit David Byrne, They Might Be Giants, Rufus Wainwright, Lou Reed und Michael Bublé geteilt.

 

Live Videos von Sharon Jones and the Dap Kings

Quelle: www.laut.de / www.starpulse.com / www.daptonerecords.com


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