Art Blakey

Autors des Textes: Jörg Alisch / Quelle von www.alisch.trilithium.de

Geboren am 11. Oktober 1919 in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania, das mit Roy Eldridge, Erroll Garner und George Benson ohnehin soArt Blakey etwas wie eine Art Brutstätte späterer Größen ist, lernt das drummende Urviech Art Blakey, dem Reclams „Jazz-Führer“ später attestieren soll, ein ebenso idealer Begleiter wie hervorragender Solist zu sein, zunächst Klavier und arbeitet neben der Schule in Fabriken und Bergwerken der Stahl- und Kohle-Metropole, ehe er sich mit dem Schlagzeug seiner eigentlichen Berufung zuwendet.

Nach dem musikalischen Einstand in Amateur-Bands und in der Gruppe der Sängerin Mary Lou Williams wird Fletcher Henderson auf den jungen Krachmacher aufmerksam, holt ihn in seine Band und muß ihn kurz darauf schon wieder an Billy Eckstine abtreten, wo Blakey das erlebt, was man gemeinhin als den Durchbruch bezeichnet: Bei einem Besuch in dem Club, in dem die Band spielt, entdeckt „Blue Note“-Co-Chef Alfred Lion den außergewöhnlichen Schlagzeuger und holt ihn unter die Fittiche seines Labels, wo Blakey auf den jungen Pianisten Horace Silver trifft, mit dem er unter dem Titel „Jazz Messengers“ die Gruppe gründet, die später als feste Größe in die Jazz-Geschichte eingehen wird, zunächst und für die ersten beiden Platten jedoch noch unter dem Rubrum „Horace Silver And The Jazz Messengers“ firmiert.

Silver freilich geht bald seine eigenen Wege, und während der Pianist sich dem zuwendet, was dann als „Funk Jazz “ eine eigenständige Spielart werden soll, feilt Blakey mit den „Messengers“ feste weiter an der Ausformulierung des Hard-Bop. Wobei die Grenzen zwischen beiden ohnehin sehr fließend und bei ganz strenger Betrachtung sogar fast schon künstlicher Natur sind.

Doch es ist der begnadete Trommler selbst, der zum Zeitpunkt des ersten Ruhmesleuchtens am Horizont für eine Zäsur sorgt, als er Anfang der 50er Jahre für längere Zeit nach Afrika geht, um dort die rhythmischen Wurzeln seiner Vorfahren zu studieren, und die ersten Platten danach sind eher jazzdurchsetzte Folklore denn reiner Jazz. Doch bald schon erkennt Blakey seine eigentliche Heimat, konzentriert sich wieder ganz auf seine „Messengers“ und erklimmt den ersten Zenit einer insgesamt ein halbes Jahrhundert währenden Karriere: Die LP „Moanin‘“ von 1958 festigt seinen Ruf als hart drummender Neo-Bopper, eine Europa-Tournee, die ihn auch zu einem umjubelten und auf Platte festgehaltenen Auftritt im Pariser „Olympia“ führt, wird zum Siegeszug durch die Alte Welt, und Blakey selbst räumt bei den verschiedensten damals so beliebten Musiker-Polls am laufenden Meter ab.

Vom strahlenden Newcomer zu einem der Eckpfeiler des modernen Jazz avanciert, formiert die – so der englische Jazz-Publizist John Fordham in seinem Buch „Jazz“ – „lebende Definition des Hard-Bop“ seine „Messengers“ immer wieder neu, wobei er bewußt junge Talente sucht, und ist zwischen Newport, Montreux und Berlin oft und gern gesehener Gast auf Festivals.

Anfang der 70er stellt Art Blakey die Arbeit mit seiner eigenen Gruppe vorübergehend zurück, um mit Thelonious Monk, Dizzy Gillespie und Sonny Stitt als „Giants Of Jazz“ auf Welt-Tournee zu gehen, widmet sich danach immer wieder auch ausgesprochen Drum-orientierten Ensembles und Gruppen, und als er am 16. Oktober 1990 in New York stirbt, verliert die Jazz-Welt nicht nur einen der beiden – neben Max Roach – innovativsten Schlagzeuger des modernen Jazz, sondern zugleich auch einen der einflußreichsten Band-Leader.


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