Neo-Bop, Weltmusik
Die achziger Jahre waren das Jahzeht der "Weltmusik ", in dem immer schneller Kommunikationsmedien die Welt schrumpfen ließen, in dem ein vertieftes wechselseitigers Verständnis zwischen westlichen und nichtwestlichen Kulturen den Austauch musikalischer Sprachen beschleunigte. Erstmals wurde Jazz zu einer warhaft internationalen Sprache ohne die alte Hackordnung von Nationen, die swingten und anderen, die es nicht konnten. Russische Jazzmusiker traten in den USA auf; amerikanische Jazzmusiker kollaborierten mit Europäern; Australier, Japaner, Südafrikaner und Bulgaren bedienten sich immer müheloser eines Vokabulars, das in Harlem und Kansas City geprägt worden war, und erfanden mit noch größerem Enthusiasmus ein eigenes.
Doch im Mittelpunkt des Jazz-Revivals stand der Bebop. Diese Rück-Orientierung ging größtenteils von Wynton Marsalis und den Musikern seines Umfelds aus. Mitunter erfuhren die traditionellen Spielweisen auch eine gewisse Aktualisierung durch Elemente des Free-Jazz, den einige der jüngeren Musiker in ihr Spiel einfließen ließen. Auch viele Musiker des Free-Jazz und Fusion besannen sich im Zuge dieses Revivals wieder auf ihre Wurzeln und wandten sich wieder den traditionellen Stilen zu. Abgesehen von dieser Entwicklung wurde der Jazz aber auch immer offener für Einflüsse aus anderen Musik-Kulturen. Elemente indischer, japanischer, südamerikanischer oder arabischer Musik werden heute mit größter Selbstverständlichkeit in den Jazz integriert.
Wichtige Musiker seit den 80er Jahren:
Wynton Marsalis, James Carter, Keith Jarrett, Kenny Kirkland, Joshua Redman, Walace Roney
Die Jugend endeckt
In den neunziger Jahren wurde der Jazz zunehmen elektronisiert. Nicht nur ältere Hörer und ein paar junge Insider bakamen Zugang zu den Jazz-Standarts. Tanzende Teenager und junge Diskjockeys in den Metropolen der Welt entdeckten die Hard-Bop-Platten der fünfziger und sechziger Jahre. Eine Nachtclubszene blühte auf. In den Clubs wie dem Londoner" Dingwalls" mischten DJs modalen Jazz mit heißem Latin, Rap und Live-Auftritten, die Künstler wie Roy Ayes und Mark Murphy aus der Vergessenheit holten. Die Begriffe Acid-Jazz und später Nu-Jazz wurde zum Symbol eines tanzbaren Clubsounds der heranwachsenden Generationen. Elektronische Musik , als Basis, wurde mit Jazz- Ellementen verbunden und mit House oder Drum and Bass-Beats unterlegt.
Als Nu Jazz kann sowohl House mit Jazz-Einschlägen, als auch die so genannte Broken-Beats-Musik von Gruppen wie Fila Brazillia bezeichnet werden. Oft wird Nu der Stil als direkter Nachfolger des Acid Jazz bezeichnet, wobei der Unterschied in der stärkeren elektronischen Ausrichtung liegt.
Bekannte Interpreten des Nu-Jazz sind z.B.:
St. Germain, Trüby Trio, Jazzanova , Micatone
Quelle: Das große Buch vom Jazz 1998 / Arrigo Polillo Jazz die Enzyklopädie 2.Auflage 2006 |