Home icon Home»Soul»Geschichte»Atlantic Records

Atlantic Records

Gründer: Ahmet Ertegün (31. Juli 1923 in Istanbul; † 14. Dezember 2006 in New York)Sam-Moore

Atlantic Records wurde 1947 von Ahmet Ertegun, den Sohn des türkischen Botschafters in den USA gegründet. Mit dreiundzwanzig Jahren brach er das Studium ab und gründete 1947 zusammen mit Herb Abramson die Plattenfirma Atlantic Records. Dazu lieh er sich 10.000 Dollar von dem Zahnarzt seiner Familie. Sein älterer Bruder Nesuhi Ertegün (1917–1989) kam 1956 hinzu.

Entscheidend mitgeprägt wurde die Veröffentlichungspolitik des Labels durch den Präsidenten der Firma, Jerry Wexler. Atlantic publizierte eine Vielzahl von Stilen: zeitgenössische Rhythm'n'Blues-Musik ebenso wie traditionellen "Down Home"-Blues, Jazz und Pop. Mit LaVern Baker, Ruth Brown, Clyde McPhatter und Ray Charles hatte das Label Ende der Fünfziger wegbereitende Künstler unter Vertrag. Weitere Atlantic-Acts waren der aus Philadelphia stammende Solomon Burke sowie Dionne Warwick und Bobby Darin.

Insbesondere Solomon Burke konnte die Lücke, die durch den Weggang von Ray Charles 1960 entstanden war, nachhaltig füllen. Burkes Hitserie begann 1961 mit "Just Out Of Reach". Mitte der Sechziger erlebte er den Höhepunkt seiner Popularität und schrieb mit dem Stück "Everybody Needs Somebody To Love" einen Klassiker des Sixties-Soul.

Burke galt zeitweilig als der "King of Rock'n'Soul", wurde später allerdings von dem noch temperamentvoller auftretenden James Brown in den Hintergrund gestellt. Als weitere Kassenschlager erwiesen sich für Atlantic Records zwei weitere Neuzugänge: Der gebürtige Detroiter Wilson Pickett ("In The Midnight Hour", "Land Of The 1000 Dances") war Mitte der Sechziger ebenfalls einer der gefragtesten Soulsänger. Zum überragenden Star von Atlantic Records wurde allerdings Aretha Franklin , die erst recht spät, 1967, unter Vertrag genommen wurde. Karrieretechnisch hatte die Tochter eines Baptistenpredigers aus Tennessee bereits einen steinigen Weg hinter sich. Ihr ausdrucksstarker Gesang sowie ihre Inbrunst machten jedoch Titel wie "Respect" (1967) zu Hymnen des Soul – und ihre Sängerin zu einer Ikone der Bewegung.

Stilistisch war der Atlantic-Sound überdurchschnittlich stark "Gospel-lastig". Eine Reihe von Atlantic-Aufnahmen entstanden in Zusammenarbeit mit der firmeneigenen Studioband um den Saxophonisten King Curtis; gelegentlich wird der Atlantic-Sound darum auch als Uptown Soul bezeichnet. Da die New Yorker Firma jedoch eng mit den Studios und Labels aus dem Süden kooperierte, subsumieren Soul-Insider den Atlantic-Sound in der Regel unter den Memphis Soul bzw. den Southern Soul.


AddThis